Diaspora: Das bessere Facebook?

By Diaspora Project CC-BY-SA-3.0

Seit kurzer Zeit nennt Facebook seine Datenschutzrichtlinie einfach nur noch Datenverwendungsrichtlinien. Diese genauso bedenkliche wie ehrliche Umbenennung sollte einem nachdenklich stimmen.

Das soziale Netzwerke wie Facebook mit den Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer versuchen möglichst viel Gewinn durch personalisierte Werbung zu erzielen ist nicht neu. Bedenklich ist vor allem, wie rücksichtslos Facebook hierbei vorgeht und wie wenig Informationen über die Verwendung der Daten bekannt ist.

Bei der Suche nach Alternativen hat man jedoch oft nur die Möglichkeit zwischen „Pest und Cholera“ zu wählen, da kommerzielle Mitbewerber wie Google mit seinem Netzwerk Google + auch nicht unbedingt als Datenschützer bekannt sind.

Eine wirkliche freie Alternative bietet hingegen das Netzwerk Diaspora. Gegründet wurde es 2010 von vier Studenten, denen es gelang, innerhalb kürzester Zeit über 200.000 Dollar an Spendengeldern zu sammeln, um mit der Arbeit an einer freien Facebookalternative zu beginnen.

Das hieraus entstandene Netzwerk „Diaspora“ zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es unter Open-Source Lizenz steht und somit für jeden die Möglichkeit besteht, am Projekt mitzuarbeiten. Die Programmierarbeit am Netzwerk wird so von Freiwilligen durchgeführt. Die Daten werden für keinerlei kommerziellen Zweck benutzt oder weitergegeben.

Jederzeit hat man die volle Kontrolle über seine Daten und kann diese beispielsweise vollständig löschen oder zu anderen Diensten mitnehmen. Ein Import von Daten aus dem eigenen Facebookprofil ist ebenfalls möglich und erleichtert den Einstieg.

Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass es keinen zentralen Server gibt, auf dem alle Daten liegen, sondern mit einem gewissen Aufwand und Wissen jeder selbst einen Server (Pod) betrieben kann. Wem das zu viel Arbeit ist, kann einfach einen der zahlreichen Server nutzen, die von anderen Nutzern, wie z.B. Universitäten oder Organisationen eingerichtet wurden.

Kommen wir jedoch zu den wesentlichen Schwachstellen von Diaspora:

Neben noch fehlenden Multimedia und Spielangeboten ist es schlicht der Mangel an Mitgliedern, die von der Benutzung von Diaspora abhalten. Soziale Netzwerke leben nun einmal vom Austausch mit anderen Menschen.

Das Problem ist, das viele sich nicht bei Diaspora anmelden, weil sie dort kaum jemanden kennen. Dieser Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn man Menschen aus seinem Bekanntenkreis aktiv von einem Wechsel überzeugt.

Einen Test ist Diaspora trotz seiner noch frühen Entwicklungsphase auf jeden Fall wert. Einen einfachen Einstieg bietet beispielsweise der größte deutsche Ableger Geraspora oder weitere aus dieser Liste.

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Alternativen zur Googlesuche

Seitdem am 1. März diesen Jahres Googles neue Datenschutzerklärung in Kraft tat, sind die Bedenker von Datenschützern immer lauter geworden.

So wurden nicht nur alle Googledienste wie Googlemaps oder Googlemail zusammengefasst, sondern die dazugehörige Datenschutzerklärung wurde ziemlich ungenau formuliert. So enthält sie 15-mal das Wort „möglicherweise.“

Die Verknüpfung seiner Dienste will Google dazu nutzen, in Zukunft die angezeigte Werbung noch genauer auf die Kunden zuzuschneiden.

Wem das alles langsam unheimlich wird und sich eine Suchmaschine wünscht, die mehr Wert auf den Datenschutz ihrer Nutzer legt, dem seien folgende Alternativen ans Herz gelegt:

DuckDuckGo

Die vom Unternehmer Gabriel Weinberg gegründete Suchmaschine liefert nicht nur gute Suchergebnisse, sondern fühlt sich auch dem Datenschutz der Nutzer verpflichtet. Weinberg sagt „DuckDuckGo sammelt oder teilt standardmäßig keine persönlichen Informationen. Das ist kurz gesagt unsere Datenschutzrichtlinie.“ Die Suchfunktion basiert größten Teils auf den Daten anderer Suchmaschinen wie beispielsweise Yahoo, diese werden jedoch mit eigenen Mechanismen verbunden.

Ixquick

Ixquick ist eine Suchmaschine aus den Niederlanden, die keinerlei Daten über ihre Benutzer speichert. Außerdem besteht die Möglichkeit alle Suchanfragen verschlüsselt zu senden. Sie finanziert sich durch Werbeanzeigen. Ixquick ist eine Metasuchmaschine. Die bedeutet, dass sie die Suchanfrage an viele verschiedene Suchmaschinen weiterleitet, deren Ergebnisse sammelt und aufbereitet. Durch die Anzahl an Sternen hinter jedem Suchergebnis wird ausgedrückt, bei wie vielen Suchmaschinen diese Seite unter den Top10 Ergebnissen war. Der Seite wurde das Europäische Datenschutzgütesiegel verliehen.

Startpage

Startpage ist vom selben Unternehmen wie ixquick, jedoch stützt sich die Suche hier nicht auf viele verschiedene Suchmaschinen, sondern lediglich auf Googleergebnisse. Gegenüber der normalen Googlesuche besteht der Vorteil, dass die Anfrage vollständig anonym bearbeitet wird. Die Ergebnisse sind jedoch nicht vollständig identisch mit den entsprechenden Googleergebnissen, da Google ja viel mehr Informationen zu jedem Benutzer hat und das Ergebnis entsprechend anpassen kann.